| Alles begann lange vor 1997, der Einwanderung nach Kanada. |


Im frühen Alter von 15 Jahren fand ich fand den Weg zum motorisierten Zweirad. Der erste Stinktakter war eine Herkules MK2 mit einem frisierten Tacho und gnadenlosen Problemen. Die erste Ausfahrt endete auch gleich im Graben. Doch das sollte meinen Sturm und drang nicht mindern! Dank der fehlenden Unterstützung aus dem Elternhaus war der technische Unterhalt immer wieder von Krisen gezeichnet. Das frühe Glück des ersten eigenen motorisierten Untersatzes endete jäh in einer rollenden Lokomotive und einem sechswöchigen Aufenthalt im lokalen Krankenhaus. Nachdem mein linkes Bein wieder beweglich war und ein Freund mit seiner 50cc Nipponfeile mich fahren ließ hatte mich der Bazillus wieder erwischt. |



| Im fröhlichen Alter von 19 war ich endlich in der Lage mir meinen ersten Rennhobel zu leisten. Eine wassergekühlte RD aus dem Reich der aufgehenden Sonne. Sie brachte mich nicht um Kopf und Kragen, wohl aber um mein Bafög, denn dieser Reiskocher war durstig und schnell. Damals in den Lehrjahren machte ich den Fehler auf andere Leute zu hören, im speziellen meine Freundin und verkaufte die bezaubernde Maschine an einen undankbaren Bekannten. Sommer, die Frauen und ..... kein Motorrad. Da war guter Rat teuer, im wahrsten Sinne des Wortes. Es kostete mich ein Vermögen und zwar mehr als alle meine Ersparnisse. |
| Doch dann stand sie da: ein Ausverkaufsmodell, mit vier Zylindern und jede Menge Gepäckraum: die Kawasaki Z 550 F. Auf in den Süden, die Freundin gepackt und an die Cote d'Azur. Doch nix war, sie wollte einen Klapptisch und der paßte einfach nicht mehr oben drauf. Das war der letzte Urlaub mit ihr.....doch mit dem neuen Moped habe ich viele Kilometer abgerissen - ohne Klagen zu hören. Letztendlich ist sie an meinen Bruder gegangen, der sie dann auch fachmännisch in einem Auto frontal zerlegt hat. Der Winter kam und als Studi kann man nicht zu Fuß gehen. Also mußte was her das auch mal umfallen konnte: eine XT 500. Irgend so ein armer Willi hatte das Ding zu verkaufen und wollte einfach zu viel dafür. Nach langem hin und her kam ich an mein erste Wintermoped. Lange Fußmatten aus Schneefänger und ab in die Wallachei. Schön war die Zeit, sich nicht um Beulen und Kratzer zu kümmern und einfach das Ding nur auf dem Acker zersägen. Manchmal auch in den Sauerländischen Bergen. Konnte die um die Kurven fliegen - sagenhaft, fast gnadenlos. |
| In der Zwischenzeit hatte ich meine erste XS 650 erstanden - das Männermotorrad. Ganz zum Wohlgefallen einer meiner Freunde restaurierte ich die Kiste und musste mir ständig anhören, wieviel günstiger doch die Teile von BMW sind. Die alte XS erstrahlte in neuem Glanz und Farbe und Chrom und und und. Ich war stolz wie Oskar auf der ersten Ausfahrt zum TÜV. Und dann passierte es: ich kam durch und er der Prüfer zeigte meine Maschine den anderen Fahrern - so sieht ein Motorrad aus! Bingo! Nichts wie weg und endlich legal auf die Straße. |

| Im neuen Jahr ging das Gerät dann unter den Hammer. Mit ein bißchen Gewinn kam die Anzahlung für das erste richtige Motorrad ins Haus!!! Eine 90/S - jawollja - gutes deutsches Eisen, mit Daytona History und sowieso der Traum eines jeden Gummikuhtreibers. Davon gabs ja genug - diese hoffnungslosen, vernunftsmäßigen, verkalkten Schmalspur-Kleingärtner. Nix da, Power muß her. Keine Reikocher mehr. Nix aus dem fernen Osten kann einen deutschen Erdkampfbomber in den Kurven abledern! Mann, haben die Zwibacksägen in den Kurven das Grausen gekriegt. Die Sturzbügel haben gefunkt, aber die Ventildecke haben gehalten. Die gute alte Kuh hat ihrem Namen als bayrischem Erdverdichter alle Ehre gemacht. |







